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Fassade

Fassade streichen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Ein Fassadenanstrich schützt das Mauerwerk vor Witterung und prägt das Erscheinungsbild des ganzen Hauses. Dieser Ratgeber zeigt, an welchen Zeichen Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen, welche Wetterbedingungen nötig sind und wie Sie den Anstrich gut vorbereiten.

24. Juni 20268 min Lesezeit
Frisch sanierte Villa mit weißer Fassade, rotem Ziegeldach und grünen Fensterläden

Die Fassade ist die Visitenkarte eines Hauses, vor allem aber seine Schutzhülle. Regen, Frost, UV-Strahlung und Schmutz setzen ihr jeden Tag zu. Ein intakter Anstrich sorgt dafür, dass Feuchtigkeit abperlt, der Putz geschützt bleibt und das Gebäude gepflegt wirkt. Lässt die Schutzwirkung nach, dringt Wasser leichter ein. Die Folgen reichen von Abplatzungen bis zu Frostschäden am Putz.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für einen neuen Fassadenanstrich? In diesem Ratgeber erfahren Sie, woran Sie den Bedarf erkennen, welche Jahreszeit und welches Wetter sich eignen und welche Vorbereitungen nötig sind. Als Münchner Malerbetrieb haben wir Fassaden vom Einfamilienhaus bis zum großen Wohnblock gestrichen. Für die Fassade in der Renatastraße 69 wurden wir mit dem Fassadenpreis München 2025 ausgezeichnet.

Woran Sie erkennen, dass die Fassade einen Anstrich braucht

Eine feste Zahl an Jahren gibt es nicht. Wie lange ein Anstrich hält, hängt vom Farbsystem, vom Untergrund, von der Ausrichtung des Hauses und von der Umgebung ab. Eine Westfassade, die Wind und Schlagregen abbekommt, altert schneller als eine geschützte Ostseite. Entscheidend ist deshalb der Zustand. Achten Sie auf diese Anzeichen:

  • Kreidung: Wischen Sie mit der flachen Hand oder einem dunklen Tuch über die Fassade. Bleibt ein deutlicher Farbabrieb zurück, zersetzt sich das Bindemittel der Farbe und die Schutzwirkung lässt nach.
  • Verblassen und Fleckenbildung: Farbtöne werden durch UV-Strahlung matter. Ungleichmäßige Stellen deuten oft auf unterschiedliche Beanspruchung hin.
  • Haarrisse und Risse: Feine Risse im Anstrich oder im Putz lassen Wasser eindringen. Im Winter kann gefrierendes Wasser die Risse vergrößern.
  • Abblätternde Farbe: Löst sich der Anstrich in Schuppen, haftet er nicht mehr am Untergrund. Hier muss der Altanstrich meist teilweise entfernt werden.
  • Grünbelag, Algen, Moos: Vor allem an Nord- und Wetterseiten oder in der Nähe von Bäumen. Bewuchs hält Feuchtigkeit an der Oberfläche.
  • Ausblühungen: Weiße, salzartige Ablagerungen weisen auf Feuchtigkeit im Mauerwerk hin, deren Ursache vor dem Anstrich geklärt werden sollte.

Nicht zu lange warten

Ein rechtzeitiger Renovierungsanstrich ist in der Regel deutlich einfacher als eine spätere Sanierung. Solange der Putz intakt ist, genügen meist Reinigung, Ausbesserung kleiner Stellen und ein neuer Anstrich. Ist Feuchtigkeit bereits in den Putz eingedrungen und hat ihn geschädigt, müssen größere Flächen ausgebessert oder erneuert werden. Der Aufwand steigt dann erheblich.

Die richtige Jahreszeit

Fassadenfarben brauchen bestimmte Bedingungen, um richtig abzubinden. Deshalb wird in unserer Region meist zwischen Frühjahr und Herbst gestrichen. Die Saison beginnt, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, und endet, wenn die Nächte im Herbst wieder kalt und feucht werden.

  • Frühjahr: Gute Bedingungen, sobald die Temperaturen stabil sind. Wer früh plant, sichert sich einen Wunschtermin.
  • Sommer: Lange, trockene Tage. An heißen Tagen wird allerdings nicht in praller Sonne gestrichen, weil die Farbe sonst zu schnell trocknet und Ansätze entstehen.
  • Herbst: Oft ideale Bedingungen mit milden Temperaturen. Gegen Ende der Saison steigt das Risiko von Nebel, Tau und Frost in der Nacht.
  • Winter: Für Fassadenanstriche in der Regel ungeeignet.

Das Wetter muss passen

Neben der Jahreszeit kommt es auf das konkrete Wetter an den Ausführungstagen an. Maßgeblich sind immer die technischen Merkblätter des jeweiligen Herstellers. Grundsätzlich gilt:

  • Temperatur: Luft und Untergrund sollten bei den meisten Fassadenfarben während der Verarbeitung und Trocknung mindestens etwa 5 Grad Celsius warm sein. Manche Systeme verlangen höhere Mindesttemperaturen.
  • Trockenheit: Der Untergrund muss trocken sein. Während der Trocknungszeit darf kein Regen auf die frische Farbe treffen.
  • Keine pralle Sonne und kein starker Wind: Beides lässt die Farbe zu schnell antrocknen.
  • Kein Tau, Nebel oder Frost in der folgenden Nacht: Feuchtigkeit auf der noch nicht durchgetrockneten Oberfläche kann zu Flecken und Ablaufspuren führen.

Erfahrene Maler planen deshalb flexibel und arbeiten der Sonne nach: morgens die Westseite, nachmittags die Ostseite. Bei unsicherer Wetterlage wird lieber ein Tag verschoben als ein Anstrich riskiert.

Vorbereitung: der wichtigste Teil des Fassadenanstrichs

Ein neuer Anstrich hält nur auf einem sauberen, tragfähigen Untergrund. Vor dem Streichen stehen deshalb mehrere Arbeitsschritte an:

  1. Gerüst stellen und Fenster, Türen, Wege und Pflanzen schützen.
  2. Fassade prüfen: Tragfähigkeit des Altanstrichs, Hohlstellen im Putz, Risse, Feuchtigkeit.
  3. Reinigen: Schmutz, Algen und lose Teile werden schonend entfernt.
  4. Ausbessern: Risse füllen, Putzschäden ergänzen, schadhafte Altanstriche entfernen.
  5. Grundieren, wo nötig, damit der Untergrund gleichmäßig saugt.
  6. Zwischen- und Schlussanstrich im passenden Farbsystem.

Ob eine Reinigung allein ausreicht oder ein Anstrich fällig ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Fassadenreinigung oder Neuanstrich.

Das passende Farbsystem

Für Fassaden kommen vor allem Silikat-, Dispersionssilikat-, Siliconharz- und Kalkfarben infrage. Welche Farbe passt, hängt vom Untergrund und vom vorhandenen Altanstrich ab. Mineralische Putze an Altbauten vertragen oft am besten eine Silikatfarbe, wie wir sie seit vielen Jahren am Hofbräuhaus einsetzen. Am Wohnblock in der Terofalstraße haben wir eine Siliconharzfarbe verwendet. Einen Überblick über die Farbsysteme gibt der Ratgeber Welche Wandfarbe passt.

Rechtzeitig planen: Genehmigungen und Termine

Ein Fassadenanstrich will gut geplant sein. Diese Punkte sollten Sie früh klären:

  • Farbwahl: In Gebieten mit Gestaltungssatzung oder bei denkmalgeschützten Gebäuden ist ein neuer Farbton häufig genehmigungspflichtig.
  • Gerüst auf öffentlichem Grund: Steht das Gerüst auf Gehweg oder Straße, ist eine Genehmigung der Stadt oder Gemeinde nötig.
  • Eigentümergemeinschaft: In Wohnungseigentümergemeinschaften braucht es in der Regel einen Beschluss.
  • Energetische Vorgaben: Ein reiner Anstrich löst keine Dämmpflicht aus. Wird dagegen großflächig der Putz erneuert, können Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes greifen.
  • Termin: Gute Fassadenbetriebe sind in der Saison früh ausgebucht. Planen Sie mit ausreichend Vorlauf.

Bei Gebäuden unter Denkmalschutz stimmen wir Farbe, Material und Technik mit den Behörden ab, so wie bei der Jugendstilfassade in der Johann-von-Werth-Straße.

Fazit

Der richtige Zeitpunkt für einen Fassadenanstrich ist gekommen, wenn die Fassade kreidet, Risse zeigt, abblättert oder dauerhaft verschmutzt ist, und bevor Feuchtigkeit den Putz schädigt. Gestrichen wird in der warmen Jahreszeit bei trockenem Wetter und ausreichenden Temperaturen. Wer früh plant, Genehmigungen klärt und auf eine sorgfältige Vorbereitung achtet, hat lange Freude an seiner Fassade.

Fassade in die Jahre gekommen? Wir prüfen sie für Sie.

Ein Malermeister von Maler Rebel begutachtet Ihre Fassade, empfiehlt das passende Farbsystem und plant den Anstrich inklusive Gerüst und Termin.